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Sonntag, 23.2.2025 / 15.00 Uhr

Raabes Frühwerke: Die alte Universität (1858)

Vortrag der Internationalen Raabe-Gesellschaft e. V. von Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein

Die politische Konkurrenz zwischen Braunschweig und Hannover, die insbesondere durch die Erhebung Hannovers zum Kurfürstentum 1692 einen erneuten Höhepunkt erreichte und auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte, blieb nicht ohne Folgen in der Bildungs- und Wissenschaftspolitik der Welfen. 1737 gründete das Kurfürstentum eine eigene Landesuniversität in Göttingen und schied 1745 aus dem Helmstedter Universitätsverband aus. Zum 1. Mai 1810 wurde die Universität Helmstedt durch Jérôme Bonaparte, Bruder Napoleons und König von Westphalen, aufgelöst. Die Universität Helmstedt wurde ein Fall für die Erinnerungskultur. Eine erste Gedenkfeier fand am 29. Mai 1822 in Helmstedt statt, als ehemalige Studenten zusammentrafen. Wilhelm Raabe beschreibt dieses Treffen der Studenten in seiner Erzählung „Die alte Universität“, wobei er sich in seiner Rahmenhandlung genau an den historischen Quellen orientiert. Er schildert dabei eine fröhliche Erinnerungsfeier, die seine Hauptfigur, Pastor Cellarius aus Sachsenborn, nach Helmstedt führte: „Wie ehedem regte es sich in den Gassen, wie ehedem trieb es sich über die Plätze, wie ehedem bildeten sich Gruppen an den Straßenecken; wie ehedem lagen ja die akademischen silbernen Szepter und die Albums der Universität auf ihren rotsamtenen Kissen im großen Saale des Kollegienhauses. Die alte Universität war auferstanden von den Toten für eine Nacht und einen Tag.“