Veranstaltungen

Dienstag, 30.6.2026 / 19.30 Uhr

Heine-Tandem: "Verdunstung in der Randzone" und "Das glückliche Schicksal"

Lesung und Gespräch mit Ilija Matusko und Matthias Nawrat

Ilja Matusko und Matthias Nawrat
Ilja Matusko (c) Heike Steinweg (oben) und Matthias Nawrat (c) Alena Schmick

Reihe: Heine-Tandem
Moderation: Martina Sulner

Der aktuelle Heinrich-Heine-Stipendiat Ilija Matusko liest zusammen mit dem ehemaligen Heine-Stipendiaten Matthias Nawrat, ausgezeichnet für sein herausragendes literarisches Schaffen mit dem Berliner Literaturpreis 2026

Ilijas Eltern betreiben eine Gastwirtschaft in Bayern. Er hilft schon als Kind in der Küche, wächst mit Pommes und Fritteusen auf. Wenn das Restaurant nicht mehr läuft, eröffnen die Eltern woanders ein neues. Weil sein Vater gerne Tennis spielt, ermöglicht er seinem Sohn Tennisstunden. Im Verein findet Ilija neue Freunde und will wie sie aufs Gymnasium. Sein Leben entkoppelt sich zunehmend von dem seiner Eltern, besonders als sein Vater nach Kroatien zurückgeht. Doch etwas begleitet ihn durch die Jahre: „Es riecht nach Pommes, Ilija kommt!“ Der Satz eines Mitschülers, der ihn bis heute nicht mehr loslässt, wird zum Ausgangspunkt einer Selbstbefragung: Verrät der Geruch die eigene soziale Herkunft?

Ilija Matusko, geboren 1980, hat Soziologie und Politikwissenschaften studiert., Er arbeitet u.a. für die taz. Er war Stipendiat im Herrenhaus Edenkoben, im Alfred-Döblin-Haus und im Künstlerdorf Schöppingen. „Verdunstung in der Randzone“ war sein Debüt, im Herbst 2026 erscheint sein neuer Roman bei Suhrkamp

Im Jahr 1983 reist die junge polnische Psychologin Wanda Karłowska nach Venedig, um den dort im Exil lebenden Henryk Mrugalski zu seiner Forschung zu befragen. Oder ist es ein Verhör? Zwischen ihnen, scheint es, steht ein Verdacht, und doch ist da eine Verbindung, die über das, was sie heute sind, hinausweist. Ein Spiel zwischen ebenbürtigen Gegnern beginnt. Es führt tief hinein in die jüngere europäische Geschichte und zu Fragen, vor die das Menschsein uns stellt. „Das glückliche Schicksal“ ist ein Roman über das Leben und Überleben östlich und westlich des Eisernen Vorhangs.

Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, lebt in Berlin. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit derAlfred Döblin-Medaille, dem Literaturpreis der Europäischen Union sowie dem Fontane-Literaturpreis 2023. Zuletzt erschien der Essayband „Über allem ein weiter Himmel. Nachrichten aus Europa“.

Veranstaltungsort: Heinrich-Heine-Haus, Am Ochsenmarkt 1a, 21335 Lüneburg
Eintritt: 12€ / 8€ erm. / Schüler 3€
Veranstalter: Literaturbüro Lüneburg