Theodor Griep

Theodor Griep

* 27.10.1916 Scharrel † 15.05.2007

Vita

Saterfriesischer Autor.

Theodor Griep war Bauer in Scharrel und langjähriges Mitglied im Gemeinderat für die CDU. Er gehörte außerdem dem Zwölferrat des alten Seelter Bundes von 1952 an. Später fing er an, auf Saterfrieisch zu schreiben, etwa "Seelter Seeken" (1999) und "Twiske Ticheläi un Baarenbierich, Dööntjene, Gedichte un Tiedgeschichte uut un ätter dän twäide Waareldkriech" (2002). Auch lieferte er mehrere Texte für Marron C. Forts "Saterfriesische Stimmen" (1990).

Das niedersächsische Saterland ist die kleinste Sprachinsel Europas: 2.000 der 13.000 Bewohner des norddeutschen Landstrichs zwischen Leer und Cloppenburg sprechen noch Saterfriesisch (Eigenbezeichnung: Seeltersk), die letzte verbliebene ostfriesische Variante der friesischen Sprache. Im Gegensatz zum Ostfriesischen handelt es sich dabei nicht um eine niederdeutsche, sondern um eine echte friesische Mundart. Inzwischen ist das Saterfriesische in der Europäischen Charta offiziell anerkannt als europäische Minderheitensprache. Nachdem es fast ausgestorben war, können Kinder es heute an mehreren Schulen und Kindergärten lernen. Aufgrund seiner annähernd 40 Vokalverbindungen und Doppellaute ist es schwierig, Saterfriesisch mithilfe der standarddeutschen Orthografie wiederzugeben - bis vor einiger Zeit war es noch keine Schreibsprache. Marron Curtis Fort, Sprachwissenschaftler und akademischer Oberrat an der Universität Oldenburg, erforscht seit 1976 das Saterfriesische. Er hat eine Systematik zur Verschriftlichung und Regeln für die Rechtschreibung geschaffen, sowie ein Wörterbuch Saterfriesisch - Deutsch geschrieben.