Veranstaltungs-Archiv

Literaturhaus Oldenburg
27.09.20 - 11.00 Uhr – Literaturhaus Oldenburg

Konstellationen: Sucht und Kontrolle

Nina Bußmann: „Dickicht“

Auf eigene Faust auszunüchtern, schaffen die wenigsten. Wer mit dem Trinken aufhören will, sollte Anschluss an eine Gruppe suchen. Die suchtkranke Ruth kennt solche Lehren, glaubt aber nicht daran. Als sie nach einem schweren Sturz im Krankenhaus aufwacht, braucht sie jedoch Unterstützung und wendet sich an Katja, eine Mitpatientin. Der passiert es ständig, dass Leute sie um einen Gefallen, eine Unterschrift, etwas Kleingeld bitten. Es gibt ihr ein gutes Gefühl, zu helfen, auch wenn sie weiß, dass sie sich später nur schwer abgrenzen kann. Bald merkt sie, dass sie nicht die einzige ist, die sich um Ruth kümmern möchte. Max zum Beispiel wollte Ruth mit seinem linken Kollektiv beim Kampf gegen die neue Vermieterin unterstützen. Katja kennt ihn nur aus Erzählungen und empfindet Eifersucht.

Nina Bußmann erzählt in ihrem Roman Dickicht von drei Menschen in der Großstadt, die um Kontrolle kämpfen, sie aber längst verloren haben. In prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse verstrickt, taumeln sie zwischen Abhängigkeiten und Freundschaften, Therapieversprechen und spirituellen Verlockungen. Ohne Rausch kommt kaum einer aus. Und dennoch suchen sie alle nach Klarheit. Die Autorin liest aus ihrem Roman und spricht mit Jörg Zimmermann über Süchte und Abhängigkeiten. Er ist Direktor der Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie der Oldenburger Karl-Jaspers-Klinik. Michael Sommer, Professor für Alte Geschichte und Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentags, moderiert ihren Austausch.

Das Institut für Geschichte der Oldenburger Universität ist Kooperationspartner der von der Stiftung Niedersachsen geförderten Veranstaltungsreihe.

Eintritt:
12,- Euro / ermäßigt 8,- Euro
Teilnahme nur möglich nach Kartenreservierung unter literaturhaus@stadt-oldenburg.de

Veranstaltungsort:
Kulturzentrum PFL, Veranstaltungssaal
Peterstraße 3
26121 Oldenburg