Veranstaltungs-Archiv

Literaturbüro Lüneburg
25.02.20 - 12.21 Uhr – Literaturbüro Lüneburg

Grenzenlos 2020 – Virginia Woolf-Abend

Mit Antje Rávik Strubel und Michael Kumpfmüller Moderation: Martina Sulner

Virginia Woolf gilt als Pionierin der literarischen Moderne und als eine der einflussreichsten feministischen Autorinnen des vorigen Jahrhunderts. Ende der 1920er Jahre war sie international bekannt und erfolgreich mit Romanen wie "Mrs Dalloway", "Die Fahrt zum Leuchtturm" oder „Orlando“. Ihr Essay „Ein Zimmer für sich allein“ von 1931, zu Woolfs Lebzeiten bereits hochgelobt, wurde zu einem der meistrezipierten und wegweisenden Texte der Frauenbewegung. Engagiert und poetisch, erfahrungssatt und ironisch analysiert Woolf darin Geschlechterdifferenzen und führt aus, was Frauen brauchen, um künstlerisch tätig zu sein, große Literatur zu produzieren: ein gewisses Maß an finanzieller, vor allem aber geistige Unabhängigkeit, im viktorianischen England symbolisiert durch ein eigenes Zimmer. Antje Rávik Strubel hat den Text neu übersetzt und mit einem Nachwort versehen.

Michael Kumpfmüllers Roman „Ach, Virginia“ erzählt von den letzten zehn Tagen ihres Lebens: Im März 1941 gerät die berühmte Schriftstellerin in ihre letzte große Krise. Sie hat soeben ein neues Buch beendet und über das kleine Cottage im Süden Englands, das sie mit ihrem Mann Leonard bewohnt, fliegen deutsche Bomber. Woolf führt das Leben einer Gefangenen, die nicht weiß, wie und wohin sie ausbrechen soll – und am Ende entscheidet sie sich für den Fluss. „Ach, Virginia“ ist ein literarisches Porträt auf kleinstem Raum, aber es ist noch mehr – ein leidenschaftliches Plädoyer für das Leben.

Antje Rávik Strubel und Michael Kumpfmüller stellen ihre Bücher vor und sprechen mit Martina Sulner über die Bedeutung von Virginia Woolf für die zeitgenössische Literatur und für ihr eigenes Schreiben.

Eintritt: 10 € / 7 € erm.
Veranstaltungsort: Heinrich-Heine-Haus
Veranstalter: Literaturbüro Lüneburg