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Literaturbüro Oldenburg
27.08.19 - 19.30 Uhr – Literaturbüro Oldenburg

Jochen Schimmang: „Adorno wohnt hier nicht mehr“

Figuren des Verschwindens

Jochen Schimmang © Eric Wolfe

Vor 50 Jahren, im August 1969, starb Adorno – und Jochen Schimmang übt sich in Abwesenheitspflege. In melancholischen bis heiteren, zum Teil autobiografisch gefärbten Geschichten erzählt er von Formen und Figuren des Verschwindens. Von Menschen, Gebäuden und ganzen Vierteln, die verschwinden; von Techniken, Gesten und Sprechweisen: Ein Jubilar versteckt sich mit seiner Frau auf dem Dachboden vor seinen Freunden, die zum 70. Geburtstag aus allen Himmelsrichtungen auf ihn einstürmen, obwohl er viel lieber nur mit zweien von ihnen essen gegangen wäre. Rothermund macht sich auf die Suche nach dem verschwundenen Maler Guthermuth. Ein Spaziergang durch Frankfurt zeigt, wer, außer Adorno, noch alles nicht mehr dort wohnt. Aber Spaziergänge sind ohnehin sterbende Institutionen. Nur Gott ist nicht verschwunden, er taucht pünktlich um halb sieben in der Kirche auf – im Fischgrätmantel.

Jochen Schimmangs feinsinnige Erzählungen gehen auf Spurensuche nach Lücken und Verlusten und zeigen zugleich, dass Identität eine höchst fragile Konstruktion ist. Er liest aus seinen Geschichten und spricht mit dem Göttinger Autor, Lektor und Literaturkritiker Thomas Schaefer.

Jochen Schimmang lebt als freier Schriftsteller und Übersetzer in Oldenburg. 2010 erhielt er für seinen Roman Das Beste, was wir hatten den Rheingau Literatur Preis und 2012 den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar für Neue Mitte. Zuletzt erschien 2017 sein Roman Altes Zollhaus, Staatsgrenze West.

Eintritt:
9,- / ermäßigt 7,- Euro
Eintrittskarten können beim Literaturbüro per Email an literaturbuero@stadt-oldenburg.de oder telefonisch unter 0441-2353014 vorbestellt werden.

Veranstaltungsort:
Musik- und Literaturhaus Wilhelm13
Leo-Trepp-Straße 13 (ehemals Wilhelmstraße 13)
26121 Oldenburg