Wilhelm-Raabe-Literaturpreis

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Wilhelm-Raabe-Literaturpreis

Informationen

Seit dem Jahr 2010 vergeben Deutschlandradio und die Stadt Braunschweig jährlich den neukonzipierten und mit 30.000 € dotierten Wilhelm-Raabe-Literaturpreis.

In Würdigung Wilhelm Raabes und seines Werkes trägt der Preis dessen Namen. Er ist das Ergebnis einer engen Kooperation zwischen DeutschlandRadio und der Stadt Braunschweig. Dieses gemeinsame Engagement einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt und einer Kommune war bis zu diesem Zeitpunkt einmalig. Einmalig auch die Preissumme: Mit 30.000 € zählt der Wilhelm-Raabe-Literaturpreis zu den höchstdotierten Literaturpreisen Deutschlands. Mit ihm soll alle zwei Jahre ein in deutscher Sprache verfasstes, zeitgenössisches Erzählwerk ausgezeichnet werden, das einen besonderen Stellenwert in der Entwicklung der Autorin oder des Autors markiert. Es muss in den zwei der Preisvergabe vorausgehenden Jahren erschienen sein. Ausgeschlossen ist die Würdigung eines Erstlingswerkes oder des Gesamtwerkes.

Eine siebenköpfige Jury, bestehend aus namhaften Literaturfachleuten, entscheidet über die Vergabe des Preises. Jedes Jurymitglied nominiert einen oder mehrere Autoren, deren aktuelles Erzählwerk innerhalb des zweijährigen Vergabeturnus erschienen ist. Aus diesen Vorschlägen ermittelt die Jury dann die Trägerin oder den Träger des Wilhelm-Raabe-Literaturpreises. Die Verleihung des Preises erfolgt im Vergabejahr jeweils am 15. November, dem sogenannten "Federansetzungstag" Wilhelm Raabes.

Preisträger seit 2010:

  • 2017 Petra Morsbach Justizpalast
  • 2016 Heinz Strunk Der goldene Handschuh
  • 2015 Clemens J. Setz Die Stunde zwischen Frau und Gitarre
  • 2014 Thomas Hettche Pfaueninsel
  • 2013 Marion Poschmann Sonnenposition
  • 2012 Christian Kracht Imperium
  • 2011 Sibylle Lewitscharoff Blumenberg
  • 2010 Andreas Maier Das Zimmer

Preisträger seit 2000:

  • 2008 Katja Lange-Müller Böse Schafe
  • 2006 Wolf Haas Das Wetter vor 15 Jahren
  • 2004 Ralf Rothmann Junges Licht
  • 2002 Jochen Missfeldt Gespiegelter Himmel
  • 2000 Rainald Goetz Abfall für alle

 Preisträger bis 1990:

  • 1990 Gerhard Köpf für Eulensehen
  • 1987 Siegfried Lenz für Exerzierplatz und Gesamtwerk
  • 1984 Alois Brandstetter für Altenehrung
  • 1981 Hermann Lenz für Der innere Bezirk
  • 1978 Horst Bienek für Die erste Polka, Septemberlicht
  • 1975 Uwe Johnson für Jahrestage
  • 1972 Walter Kempowski für Tadellöser und Wolf
  • 1969 nicht vergeben
  • 1966 Heimito von Doderer für Die Wasserfälle von Slunj
  • 1963 Hans Erich Nossack
  • 1960 Gerd Gaiser für Schlußball
  • 1957 Friedrich Georg Jünger für Die beiden Schwestern
  • 1954 Max Frisch für Stiller
  • 1950 Hermann Hesse für Gesamtwerk
  • 1949 Ina Seidel für Gesamtwerk
  • 1948 Werner Bergengruen für Gesamtwerk
  • 1947 Fritz von Unruh für Gesamtwerk
  • 1944 Ricarda Huch für Gesamtwerk

Besonderheiten

1944 wurde der Wilhelm-Raabe-Preis erstmals (an Ricarda Huch) vergeben. Der Preis wurde seit 1954 alle drei Jahre (vorher jährlich) an einen Schriftsteller verliehen und war mit 2.500 Euro (seit 1978 5.000 Euro) dotiert. Im Foyer des Braunschweiger Raabe-Hauses, Leonhardstraße 29 a, erinnern Tafeln an die Preisträgerinnen und Preisträger des ehemaligen Raabe-Preises der Stadt Braunschweig, der bis 1990 vergeben worden ist.

Im Zuge einer intensiven Debatte um zukunftsorientierte Formen der Auseinandersetzung mit dem Werk und Nachlass hat die Stadt Braunschweig nicht nur die Neugestaltung des Raabe-Hauses und die Einrichtung der Wilhelm-Raabe-Forschungsstelle, sondern auch die Neukonzeption eines Wilhelm-Raabe-Literaturpreises beschlossen. Dieser neue Literaturpreis wurde - in Kooperation zwischen DeutschlandRadio und der Stadt Braunschweig - erstmalig im Jahr 2000 vergeben und ist mit 25.000 € dotiert.

Der Preis wird durch eine von der Stadt Braunschweig und dem Deutschlandradio immer wieder neu berufene 7-köpfige Fachjury vergeben, nachdem zuvor jedes Jurymitglied einen oder mehrere Autoren nominiert hat. Eigenbewerbungen sind nicht möglich.

Der Wilhelm-Raabe-Literaturpreis wird in einer öffentlichen Feierstunde im zeitlichen Zusammenhang mit dem Todestag Wilhelm Raabes am 15. November verliehen.