Wilhelm Busch

Wilhelm Busch 1860, Foto von Edgar Hanfstaengel
Wilhelm Busch 1860, Foto von Edgar Hanfstaengel
Wilhelm Busch

* 15.04.1832 in Wiedensahl
† 09.01.1908 in Mechtshausen

Vita

Der humoristische Dichter und Zeichner gilt als „Urvater des modernen Comics“. Sein wohl berühmtestes Werk ist Max und Moritz.

Wilhelm Busch wuchs in Wiedensahl auf, bevor er 1841 der weiteren Ausbildung wegen zu seinem Onkel nach Ebergötzen zog. Mit 15 Jahren wurde er in Hannover Student, mit 18 Jahren brach er das technische Studium ab und wollte Maler werden. Ein Jahr blieb er in Düsseldorf auf der Kunstakademie, setzte dann sein Studium in Antwerpen fort. Nach einer schweren Typhuserkrankung kehrte Wilhelm Busch 1853 nach Wiedensahl zurück. Im darauffolgenden Jahr setzte er sein Kunststudium erneut fort – diesmal in München, wo die renommierte Künstlergesellschaft Allotria ihm eine freie Mitarbeit anbot. Dadurch lebte Busch erstmals schuldenfrei.

Zwischen 1859 und 1863 verfasste der Autor über hundert Beiträge für den Münchener Bilderbogen und die Fliegenden Blätter. 1865 wurde die Bildergeschichte Max und Moritz veröffentlicht. Der Verkauf verlief zwar in den ersten Jahren schleppend; in Buschs Todesjahr erschien der Titel aber bereits in der 56. Auflage. Mit seinem zunehmenden wirtschaftlichen Erfolg kehrte Wilhelm Busch immer häufiger nach Wiedensahl zurück. Gegen Ende der 1860er Jahre pendelte er ständig zwischen Frankfurt, Wiedensahl, Lüthorst und Wolfenbüttel. In Frankfurt, wo sein Bruder Otto wohnte, schloss er Freundschaft mit der einflussreichen Kunst- und Musikmäzenin Johanna Keßler, die ihn in seiner Karriere unterstützte und motivierte, sodass Wilhelm Buschs Zeit in Frankfurt seine malerisch produktivste wurde. 1872 verließ er seinen dortigen Wohnsitz endgültig und zog nach Wiedensahl zurück, wo er sich seinem ersten rein literarischen Text, der Gedichtsammlung Kritik des Herzens, widmete. Die 1870er Jahre gelten als Buschs ingesamt produktivste Schaffenszeit.

1896 gab Wilhelm Busch das Malen endgültig auf. Gemeinsam mit seiner Schwester Fanny zog er in ein großes Pfarrhaus in Mechtshausen. 1908 verstarb er dort infolge einer Herzschwäche. Heute erinnern mehrere Museen und Gedenkstätten in Südniedersachsen an den Dichter und Maler: das Wilhelm-Busch-Geburtshaus in Wiedensahl, das Museum im Alten Pfarrhaus in Wiedensahl, die Wilhelm-Busch-Mühle Ebergötzen, die Wilhelm-Busch-Stätte Hattorf, das Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst, das Wilhelm-Busch-Zimmer Lüthorst und das Sterbehaus in Mechtshausen. 

Niedersachsen literarisch

Titel Erwähnte Orte
48er Revolution in der Welfenstadt Hannover Details
Die insulare Geschichte eines Lieblingsgetränks Nordsee, Ostfriesische Inseln Details