Dr.
Hannah Arendt

* 14.10.1906 in Hannover - Linden
† 04.12.1975 in New York

Vita

Politiktheoretikerin, Publizistin

Hannah Arendt wurde 1906 in Hannover-Linden geboren und wuchs nach einem Umzug der Familie in Königsberg auf, wo sie auch die Schule besuchte. Hannahs Familie war zwar jüdischen Ursprungs, lebte jedoch säkularisiert, was Hannah dennoch nicht vor ersten antisemitischen Anfeindungen im schulischen Umfeld bewahrte. Sieben Jahre nach dem Tod ihres Ehemanns Paul Arendt heiratete Hannahs Mutter Martha erneut, woraufhin Hannah nach Berlin umzog, Vorlesungen an der Universität hörte und schließlich als Externe 1924 in Königsberg ihr Abitur absolvierte.
Nach einem Studium der Fächer Philosophie, evangelische Theologie und Griechisch in Marburg, Freiburg und Heidelberg promovierte sie von 1926 bis 1928 bei Karl Jaspers mit einer Arbeit über den Liebesbegriff bei Augustinus. Während des Studiums pflegte sie engen Kontakt zu ihrem Professor Martin Heidegger, zu dem sie eine intime Beziehung unterhielt, wie erst Jahre später bekannt wurde. 1929 heiratete Hannah den österreichischen Philosophen Günther Anders.
Kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann sie, im Auftrag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland die zunehmenden antisemitischen Aktivitäten in Deutschland zu dokumentieren und zog so wenig später das Interesse der Gestapo auf sich. Ihr Ehemann emigrierte nach Paris, Hannah blieb in Berlin zurück und entschied sich nach kurzer Inhaftierung im Jahre 1933 ebenfalls zur Emigration nach Paris, wo sie sich u. a. als Sozialarbeiterin engagierte. 1937 ließ sich Hannah Arendt scheiden und heiratete 1940 Heinrich Blücher, den sie vier Jahre zuvor kennen lernte. Nach der Flucht aus der Internierung in einem südfranzösischen Gefangenenlager - die Anklage lautete auf „feindliche Ausländerin“ - floh das Ehepaar nach Lissabon und emigrierte schließlich nach New York. Hannah begann für das deutsch-jüdische Magazin „Aufbau“ zu schreiben, von 1946 bis 1949 war sie als Cheflektorin für den Schocken-Verlag in New York tätig. Im Anschluss übernahm sie die Geschäftsführung der Jewish Cultural Reconstruction in New York, bis sie 1953 ihren Ruf als Philosophieprofessorin erhielt. In den folgenden Jahren bereiste sie mehrmals Europa und lehrte als Gastdozentin an verschiedenen Universitäten. Außerdem war sie als Publizistin aktiv.
Bekannt wurde sie durch ihre zahlreichen Beiträge zur politischen Theorie und philosophischen Publikationen, wie durch ihre Berichterstattung des Eichmann-Prozesses in Jerusalem im Auftrag der Zeitung The New Yorker.
Sie starb 1975 nach einem Herzinfarkt in New York.




Auszeichnungen

  • 1959 Lessingpreis der Freien und Hansestadt Hamburg
  • 1967 Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftiche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
  • 1969 Emerson-Thoreau-Medaille der American Academy
  • 1971 M. Carey Thomas Prize des Bryn Mawr College in Pennsylvania
  • 1975 Sonning-Preis für Beiträge zur europäischen Kultur der dänischen Regierung

Video

Trailer zum Film "Hannah Arendt"

Barbara Sukowa als Hannah Arendt mit Michael Degen, Ulrich Noethen, Axel Milberg, Julia Jentsch u.a. in der Regie von Margarethe von Trotta, 2013.

12.06.2013
Margarethe von Trotta.
Filmtrailer
Hannah Arendt im Gespräch mit Günter Gaus

Interview von 1964. Hannah Arendt spricht über philosophische und journalistische Tätigkeit, Emanzipation und Antisemitismus.

28.10.1964
Günter Gaus
Zur Person / ZDF
Test

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08.08.2018
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Publikationen (Auswahl)

Titel Rubrik Jahr
Denken ohne Geländer Texte und Briefe (Hrsg. Heidi Bohnet und Klaus Stadler) 2005

Niedersachsen literarisch

Titel Erwähnte Orte
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