
Infos zum Projekt
Niedersachsen ist das zweitgrößte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Es besteht aus 28 Regionen, in mehr als 1000 Städten und Gemeinden leben knapp acht Millionen Menschen. Die Ballungsräume liegen im Süden und Südosten, je weiter es nach Norden geht, desto stiller wird das Land.
Geschichtlich gesehen existiert Niedersachsen erst seit 1946 aber der Name des Landes ist als Regionsbezeichnung sehr alt und geht bis auf die Völkerwanderungszeit zurück. Geest, Börde, Marschen, Mittelgebirge und Heide. Die Nordsee, Flüsse und Kanäle, ausgedehnte Landwirtschaft, Dörfer, Hansestädte, Hellwege und Industriezentren: Niedersachsen umfaßt vielfältige Kulturlandschaften mit jahrtausendealter Geschichte.
Auch die Literatur ist hier zuhause, von Roswitha von Gandersheim und Hermen Bote bis Arno Schmidt, von Ricarda Huch und Nicolas Born bis zu den Autorinnen und Autoren der Gegenwart. Der Bogen ist räumlich und historisch weit gespannt. Aber nicht nur Schriftsteller und ihre Werke spielen eine Rolle. Hunderte Bibliotheken - darunter die der großen Universitäten und die berühmte Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, in der Lessing und Casanova wirkten -, literarische Archive, Stiftungen und Literaturhäuser bewahren und vermitteln Literatur.
Die geschützten Minderheitensprachen Niederdeutsch und Saterfriesisch sind bis heute lebendig und die Sichtweise zugewanderter Autoren leistet ihren Beitrag zur lebendigen Literatur im Land.
Die Literaturdatenbank für Niedersachsen soll diese Vielfalt und auch das Verbindende der einzelnen Facetten zeigen. Sie wird vom Literaturhaus Hannover gepflegt und laufend ergänzt. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Projekt. Die Auswahl und Recherche der Texte in der Rubrik "Niedersachsen literarisch" besorgte Dr. Heiko Postma.
Literaturland Niedersachsen
Niedersachsens Literaturlandschaft ist geprägt durch Tradition und Innovation, in der Etabliertes bestehen und Neues entstehen kann. Das kulturpolitische Interesse des Landes liegt vorrangig darin, die zeitgenössische belletristische Literatur und ihre Rahmenbedingungen zu fördern. Für Vielfalt und Qualität sorgen dabei besonders eine vielfältige und aktive Literaturszene mit zahlreichen jungen Autoren, unsere niedersächsischen Verlage und Buchhandlungen sowie ein umfassendes und hochwertiges Bibliotheksnetz. Seit dem 01.01.2008 sind nun auch die Literaturhäuser in Niedersachsen in einer eigenen Fördersäule "Literatur" zusammengeschlossen: der Friedrich-Bödecker-Kreis (FBK) und die sechs Literaturbüros und -zentren in Niedersachsen haben zur Realisierung des Projektes eine Zielvereinbarung für zwei Jahre mit dem MWK abgeschlossen.
Die Literaturförderung des Landes Niedersachsen zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie in ihren Förderstrukturen sehr differenziert ist. Der Schwerpunkt Leseförderung und Literaturvermittlung wird durch die Förderung von Autorinnen und Autoren durch Preise und Stipendien ergänzt. Zudem werden unabhängige Verlage und engagierte Buchhandlungen ausgezeichnet.
Leseförderung und Literaturvermittlung
Die Rezeptionsförderung stützt sich auf zwei wichtige Schwerpunkte: Leseförderung für Kinder und Jugendliche und die Vermittlung von Gegenwartsliteratur an Leser jeden Alters.
- Friedrich-Bödecker-Kreis in Niedersachsen e.V.
- Leseförderung und Literaturvermittlung für Kinder und Jugendliche durch Autorenlesungen und Autorengespräche in Schulen, Kindergärten und Bibliotheken.
- Information und Beratung von Vermittlern in der Leseförderung.
- Akademie für Leseförderung der Stiftung Lesen an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover. Die Akademie für Leseförderung schafft Voraussetzungen zur Förderung der Lesekompetenz und Lesefreude in allen Regionen Niedersachsens durch
- Schulung und Fortbildung von Multiplikatoren
- Aufbau eines regionalisierten Kommunikationsnetzwerks für Leseförderung
- Aufbau eines Internetportals "Netzwerk Leseförderung in Niedersachsen"
Für eine zielgerichtete Aufgabenerfüllung benötigen die zum Teil neben- und auch ehrenamtlich geleiteten öffentlichen Bibliotheken ein flächendeckendes Fachberatungs- und Dienstleistungsangebot. Diese Funktionen erfüllt die Büchereizentrale Niedersachsen mit den beiden angeschlossenen Beratungsstellen für Öffentliche Bibliotheken, Südniedersachsen in Hildesheim und Weser-Ems in Aurich.
Literaturzentren in Niedersachsen
Das Land fördert an sechs Standorten - in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück - die Arbeit der Literaturhäuser und Literarischen Zentren in Niedersachsen. Mit ihren Programmen und Projekten, mit Autoren- und Multiplikatorenberatung, örtlichen Preisen und Stipendien geben sie wichtige Impulse und bewahren und vermitteln Literatur.
Preise und Stipendien
Stipendien schaffen Freiräume und fördern auf diese Weise Literatur im Entstehungsprozess. Die Preise reichen in ihrer Wirkung darüber hinaus. Sie sorgen für die ebenso notwendige Anerkennung und Resonanz. Das Land Niedersachsen vergibt vier unterschiedliche Förderpreise:
- Den Nicolas Born-Preis (15.000 Euro) - auf Empfehlung der Literaturkommission. Mit dem Nicolas Born-Preis werden "herausragende Schriftsteller mit Bezug zu Niedersachsen" ausgezeichnet.
- Den Förderpreis (7.500 Euro) - auf Empfehlung der Literaturkommission. Mit dem Förderpreis soll ein literarisches Debüt gefördert werden.
- Den Verlagspreis - Alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Buchhandlungspreis – dotiert mit 10.000 Euro. Die Förderung erfolgt auf Empfehlung der Literaturkommission.
- Die Auszeichnung Die Niedersächsische Buchhandlung des Jahres - Der Preis wird seit 1999 alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Verlagspreis verliehen. Er ist mit 5.000 Euro dotiert.
Zudem vergibt das Land:
- Ein Jahresstipendium bis zur Höhe von 12.000 Euro
- Arbeitsstipendien bis zur Höhe von je 3.000 Euro
- Aufenthaltsstipendien von drei, sechs oder neun Monaten im Künstlerhof Schreyahn und dem Heinrich-Heine-Haus, Lüneburg, sowie ein 4-monatiges Aufenthaltsstipendium in Jerusalem
Die Mitglieder der Niedersächsischen Literaturkommission sind:
- Angelika Busch, Börsenverein des Dt. Buchhandels
- Dr. Jörg W. Gronius, Schriftsteller
- Prof. Dr. Stephan Porombka, Professor für Kulturjournalismus und Literaturwissenschaften an der Universität Hildesheim
- Martina Sulner, Kulturredakteurin der HAZ
- Johann P. Tammen, die horen, Wirtschaftsverlag
Niederdeutsch und Saterfriesisch
Literatur zwischen Tradition und Innovation als kreative Chance für ein Bundesland wie Niedersachsen zu begreifen bedeutet, einen Brückenschlag zwischen überlieferter und zeitgenössischer Literatur zu finden. Einen besonderen Stellenwert nimmt hierbei die niederdeutsche und saterfriesische Sprachkultur ein. Zur Kulturförderung des Landes Niedersachsen gehört daher auch die Förderung der niederdeutschen Sprache und des Saterfriesischen. Niederdeutsch und Saterfriesisch wurden als wichtiger Bestandteil in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen, Teil III aufgenommen. Das Institut für Niederdeutsche Sprache (INS) in Bremen ist dabei ein wichtiger Partner genauso wie der Seelter BUUND.
Literaturhaus Hannover
Das Literaturhaus Hannover führt in freier Trägerschaft Literaturveranstaltungen und Kooperationsprojekte mit anderen Kulturinstitutionen durch und bietet Information und Beratung für alle Literaturinteressierten an. Es hat seinen Sitz im Künstlerhaus Hannover. Der Trägerverein, Literaturbüro Hannover e.V. wurde schon 1990 gegründet, um die Begegnung mit Literatur in Hannover un der Region zu fördern.
Das Literaturhaus Hannover wird vom Land Niedersachsen (MWK) und von der Stadt Hannover (Kulturbüro) institutionell gefördert.

